Landstromversorgung von Schiffen – umweltfreundlich und wirtschaftlich
Die Frachtschifffahrt trägt die Hauptlast des weltweiten Güterverkehrs. Über 90 Prozent der globalen Handelsströme laufen über die Weltmeere. Der Transport über See trägt etwa gleich viel zum weltweiten CO2-Ausstoß bei wie der Flugverkehr. Gleichzeitig werden bei der Verbrennung von Schiffsdiesel deutlich höhere Emissionen an Schwefel und Feinstaub freigesetzt als bei anderen Treibstoffen.
Hafenstädte sind nicht nur durch die ein- und auslaufenden Schiffe belastet, sondern auch durch deren Liegezeiten. Das hat in der Europäischen Union dazu geführt, dass eine Empfehlung für die Einrichtung einer Landstromversorgung für Schiffe an Liegeplätzen veröffentlicht wurde.
Eine Stromversorgung von Land aus beseitigt die Problematik der Emissionen von Schiffen effektiv und völlig unkompliziert. Mit dem Landanschlusssystem SIHARBOR bietet Siemens ein durchgängiges, modulares Konzept für die Landstromversorgung von Schiffen sowohl auf der Land- als auch auf der Schiffsseite an. SIHARBOR entspricht in vollem Umfang der EU-Empfehlung 2006/339/EG.
Während der Liegezeit im Hafen versorgen die Hilfsmaschinen die Schiffe mit Strom. Dabei werden Schadstoffemissionen frei und es entstehen Lärm sowie Vibrationen.
Weniger Lärm und Vibrationen:
Durch den elektrischen Anschluss entfallen die Vibrationen und Geräusche der Generatoren. Das erhöht Die Lebensqualität der Passagiere, Mannschaft und Anwohner deutlich.
Schadstoffreduzierung:
Mit SIHARBOR entstehen 35 Prozent weniger Kohlendioxid, etwa 97 Prozent weniger Stickoxide und 90 Prozent weniger Feinstaub als beim Betrieb des Schiffsdiesels.
Reeder:
Während der Liegezeiten im Hafen können die Dieselgeneratoren abgeschaltet werden. Wartungsarbeiten am Schiff sind so planbar und kostengünstiger. Darüber hinaus verringert sich der Lärm, was das Leben auf dem Schiff sowohl für Passagiere als auch für die Mitarbeiter sehr viel angenehmer macht.
Frachtmanager:
SIHARBOR spart durch das Abschalten der Dieselgeneratoren im Hafen Treibstoff. Das macht die Treibstoffmenge planbarer und spart so Kosten.
Wirtschaftlichkeit:
Strom von Land ist nicht den Preisschwankungen des Öls unterworfen.
An Bord erzeugter Strom kostet Geld. Aus einem kg Treibstoff erzeugt ein Dieselgenerator
3,5 kWh unter Berücksichtigung der Verluste für Hilfsbetriebe wie Kühlwasserpumpen, Ventilatoren, Treibstoffpumpen und Treibstoffvorwärmung. Bei Verwendung von Schweröl sinkt die Ausbeute auf ca. 3 kWh pro kg, weil Tank und Treibstoffleitung zusätzlich geheizt werden müssen. Doch ab dem Jahr 2010 ist die Verwendung von Schweröl in Europäischen Häfen verboten. Im Jahr 2008 stiegen die Preise für Ölprodukte in Rotterdam kurzfristig um 100%, die Strompreise hingegen blieben konstant. Nutzung von Landstrom bedeutet kalkulierbare Energiepreise im Hafen.
Hafenbetreiber und Städte:
Durch den Anschluss der Schiffe an die Landstromversorgung, werden Vibrationen und Lärm abgestellt. Die abnehmende Belastung durch Kohlendioxid, Stickoxide und Feinstaub erhöht die Lebensqualität der Anwohner, Hafenarbeiter und Passagiere erheblich.
Wirtschaftlichkeit:
Die Preisschere zwischen Treibstoffkosten der Schiffe und Strompreisen an Land ergibt einen schnellen Return of Investment.
Ab dem Jahr 2010 ist die Verwendung von Schweröl in Europäischen Häfen verboten. Elektrische Energieerzeugung auf Schiffen kann dann nur noch mit Marine Gasöl (MGO) erfolgen. MGO kostet (Stand Nov. 2008) 600 US$ pro Tonne. Damit kostet jede an Bord erzeugte kWh ca. 14 € Cent. Eine genaue Planung der Schiffsverbräuche und entsprechender Stromeinkauf erlaubt Stromeinkaufspreise, die je nach Vertrag deutlich darunter liegen. ROI-Zeiten zwischen 3 und 7 Jahren sind realistisch (je nach Nutzungsgrad des Landanschlusses). In Zukunft werden steigende Treibstoffpreise erwartet, so dass die ROI-Zeiten eher kürzer als länger ausfallen werden.
Der Weg zum Landstrom:
Wir unterstützen Sie bei der Planung und Realisierung Ihrer Landstromversorgung - Von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme.
1. Klärungsphase
Machbarkeitsstudien wie z.B. eine Netzwerkanalyse helfen die vorhandenen Rahmenbedingungen richtig zu analysieren.
2. Designphase
In der Designphase werden in Abstimmung mit dem Kunden Lösungen für die speziellen lokalen Anforderungen entwickelt.
3. Realisierung
Die Realisierung umfasst die Planung, Projektierung, Bestellung, Terminüberwachung und Dokumentation.
4. Aufstellung und Inbetriebnahme
Das SIPLINK System kann in vorhandene Gebäude, als Container-Systemlösung oder in Betonfertigstationen aufgestellt und installiert werden. Voraussetzung hierfür ist die Ausführung als elektrischerBetriebsraum. Die Komponenten sind fertig vormontiert und wurden beim Hersteller funktionsgetestet. Die Montage kann durch die lokale Siemens-Vertretung oder den Kunden selber durchgeführt werden. Danach erfolgen Inbetriebnahme sowie Systemtest durch speziell geschultes Siemens-Personal.
Bei der Planung einer Lösung für die Landstromversorgung müssen eine Reihe verschiedener Aspekte berücksichtigt werden. Eine Abfrage finden Sie unter folgendem Link:
Gemeinsam mit den Stadtwerken Lübeck realisieren wir Landstrom-Versorgungen für europäische Seehäfen